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Ernährungslehre --> Diverses
 

Das Sättigungsgefühl bei der einzelnen Mahlzeit - wie es entsteht
 
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Am Sättigungsgefühl ist eine Vielzahl von Faktoren beteiligt. Veranlagung, Erziehung, Kultur, Wohlstand, Gewohnheiten all dies prägt unser Essverhalten. Eine Vielzahl verschiedener Neurpeptide und Neurotransmitter spielt bei der Regelung des Sättigungsgefühls nach einer Mahlzeit eine Rolle. Neben dem Hypothalamus sind auch Kerngebiete im Hirnstamm an der Steuerung des Essverhaltens und des Sättigungsgefühls beteiligt.
Sobald wir mit dem Essen begonnen haben, werden aus unserem Verdauungstrakt Meldungen über die Nahrungsaufnahme an das Gehirn geschickt. Diese Meldungen spielen bei der Kontrolle der Nahrungsaufnahme eine grosse Rolle. Die Nahrung aktiviert Rezeptoren auf der Zunge, dem Rachenraum, dem Magen, Zwölffingerdarm, der Leber und anderer Organe. Die Identifizierung der Nahrung, deren Verarbeitung und Absorption tragen zum Sättigungsgefühl bei. Ebenso trägt der Blutzuckerspiegel und andere Veränderungen der Blutchemie oder Signale über die Dehnung des Magens zum Sättigungsgefühl bei. Die Signale schaffen ein negatives Feedback zum Gehirn, je mehr dieser Signale zusammenkommen um so eher endet das Mahl.

Diese Signale erreichen das Gehirn über afferente viszerale Nervenfasern und das Blut. (afferent = zum Hirn hin) Sättigungspeptide signalisieren dem Gehirn also beispielsweise über den N. Vagus und über Rezeptoren im Gehirn selbst, dass genügend Nahrung aufgenommen wurde. Dies Mahlzeitenspezifische Information wird primär über den Kern des Tractus solitarii im Hirnstamm vermittelt, es handelt sich dabei um ein Hirnstammgebiet, das afferente  Nervenfasern aus der Zunge und dem übrigen Magendarmtrakt integriert. Vom Kern des Tractus solitarii im Hirnstamm werden die Informationen zum Hypothalamus und von dort zum Frontallappen geleitet. Wenn man solche Peptide wie Cholecystokinin zuführt, tritt schneller eine Sättigung ein. Cholecystokinin verstärkt auch die Wahrnehmung der Magendehnung und führt auch über diesen Mechanismus zu einem schnelleren Sättigungsgefühl.

Über diese Mechanismen können Faktoren wie das Magendarmpeptid Cholecystokinin die Sättigung bei der jeweiligen Mahlzeit steuern, im Tierversuch ist dies auch bei Decerebration als reiner Hirnstammreflex möglich. Obwohl die Sättigkeitspeptide die Sättigung bei der einzelnen Mahlzeit steuern können, haben sie wenig Einfluss auf die Fettregulation des Körpers über mehrere Mahlzeiten hinweg. Die Einnahme von Sättigungsfaktoren verkleinert die Menge die bei einer einzelnen Mahlzeit gegessen wird, hat aber keinen Einfluss auf das Köpergewicht.  Das  Energiegleichgewicht des Körpers wird durch ein komplizierteres und redundantes neurohumorales System aufrechterhalten, in diesem System wirken sich kurzfristige Veränderungen nur wenig auf den Energiehaushalt und das Körperfett aus. Aus den Fettzellen sezerniertes Leptin und Insulin sind hier die wesentlichen Hormone, die über eine Beeinflussung des Gehirns längerfristig die Körperfettmasse regulieren.  Dabei spielen aber auch noch weitere  Neurotransmitter eine wesentliche Rolle. Z.B.: das hypothalamische Neuropeptide Y (NPY) das zu Hunger, Nahrungsaufnahme und Gewichtszunahme führt. Aus diesen Gründen haben kurzfristige Änderungen des Essverhaltens nur wenig Einfluss auf das Gewicht. Die zentralen Regulationsmechanismen verstellen ihre Sollwerte im Regelkreis nur langsam. Bedauerlicherweise sinkt auch der Verbrauch bei Kalorienreduktion ab. Kurzdauernde Diäten haben deshalb den bekannten Jojo- Effekt. Neben der langfristigen Ernährungsumstellung bleibt deshalb für eine Gewichtsabnahme nur die Steigerung des Verbrauchs oder die Appetitdämpfung . Hierfür angebotene Medikamente -legal oder illegal- haben in der Vergangenheit immer gravierende Nebenwirkungen gehabt. Ausserhalb von Studien scheint der Einsatz bisher wenig sinnvoll. Die gesündeste Art den Verbrauch anzukurbeln ist vermehrte regelmässige Bewegung, die auch einen zusätzlichern gesundheitsfördernden Effekt hat.

 
 
 
 
 
 
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