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Kochkunst --> Kulturgeschichte der Kochkunst
 

Die ältesten Handschriften und Kochbücher Englands
 
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Kein Geringerer als der grosse Cäsar darf sich übrigens rühmen, das wilde Volk der Briten mit den ersten Erkenntnissen der Gastronomie bekannt gemacht zu haben. Dies geschah bereits 55‑54 vor Christi und wurde dann von Kaiser Claudius später recht gut untermauert, so dass in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrech­nung, in dem von den Römern besetzten Teil Britanniens, sehr gut gelebt wurde. Eines hatten die Römer ja allen modernen Eroberern voraus: sie beschränkten wohl die Freiheit der besiegten Völker, bescherten ihnen dafür aber reich do­tierte Tafeln, und lehrten sie das Leben in vollen Zügen zu geniessen. 

Als sich die römischen Legionen im Jahre 410 zurückziehen mussten, wurde das wegen seinen Bodenschätzen begehrte Land von den Angel­sachsen erobert und vorerst wieder in den Zu­stand gastronomischen Barbarentums zurück­geführt. 

Die uns überlieferten ältesten Dokumente verraten immerhin recht viel Interessantes. So schrieb König Edgar (958‑975) vor, dass in ,jedem Dorf nur ein Bierhaus sein dürfe. Auch liess er alle Trinkkrüge mit Merkzeichen versehen und wer sich unterstand, auf einen Zug mehr zu trin­ken, als von Zeichen züi Zeichen erlaubt war, ,wurde bestraft. 

Der über Dänemark und England herrschende König Harthaknut (1035‑1042) war dagegen grosszügiger, liess er doch seine Tafeln täglich viermal zum Biegen mit auserlesenen Speisen beladen und jeder Mensch hatte zum Schmaus freien Zutritt. 

Der rapide Aufschwung der englischen Ga­stronomie begann mit der Normannenherrschaft, die durch den Sieg Wilhelms 1. über den angelsächsischen König Harold bei Hastings im Jahre 1066 eingeleitet wurde. Der normannisch‑fran­zösische Einfluss spiegelt sich dann auch in den ersten Schriften, die überhaupt auf die Gastrono­mie Bezug haben, stark wider und ist übrigens bis auf den heutigen Tag noch feststellbar. 

Kein »Kochbuch« in unserem Sinne, ist das erste Werk, welches kulinarische Belange be­schreibt, sondern eher ein Hauslexikon. Die im 12. Jahrhundert entstandene Handschrift des Philosophen Alexander Neckham (+ 1217) die den Titel führt: »De nominibus utensilium« macht uns mit allen Hausgerätschaften bekannt, gibt aber darüber hinaus auch noch interessante Rezepte und Einblicke in die sich gerade ent­wickelnde Kochkunst. So empfiehlt er Schweine­fleisch leicht zu salzen und am Spiess zu braten. Der Bratrost hatte soeben die heissen Ziegel als Kochstelle verdrängt; der Grill, für den wir heute so eingenommen sind. war also geboren. Auch empfiehlt er für solche Sachen ein leb­haftes Feuer. Den Fischen wird ein breiter Raum eingeräumt, da die Angelsachsen eifrige Fischer waren und sowohl mit dem Netz als auch mit dem Korb zu fischen verstanden. So finden wir Walfisch, Delphin, Tümmler, Hering, Stint, Herz­muscheln, Austern usw. aufgeführt, aber auch Steinbutt, Seezunge. Meeraal. Scholle, Gründ­ling und Weissfisch werden uns vorgestellt.

 
 
 
 
 
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