Print Sitemap Home
  Created by C.I.S. AG - CMS by CFXe
 
Fachkunde --> Bromatik
 

Good Food – Good Live
 
|zurück|
 

Die Ausbildung in den Ernährungsberufen hat heute einen hohen theoretischen Standard erreicht. Mit wissenschaftlich orientierten Modellen werden quantitative Formeln erarbeitet, die eine allgemeine Einsicht und Beurteilung erlauben. Gefragt sind aber handfeste Lösungen und vor allem die individuelle Ausgestaltung des Ernährungsbereiches. Erst wenn dies in Gang kommt, entscheidet sich, ob gestalterische Phantasie - die so vielfältig wie die Menschen ist, die in diesem Bereich tätig sind – wirklich in breitem Masse zum Zug kommen kann. Künftige Lösungen müssen ein hohes Potential an individueller Gestaltung aufbieten. Die Menschen müssen und wollen dazu ihre individuellen Erwartungen einbringen und verlangen eine Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse.

Unser Einblick in das Ernährungswesen sollte bei der Ausbildung nicht nur einseitig quantitative wissenschaftliche Aspekte in den Mittelpunkt stellen. Das Bemühen um eine neue «Kochkunst» könnte die qualitativen Wege zu einer praktischen Intelligenz aufgezeigt werden. Auch weniger gefragte Themen wie z.B. Hygiene, die falsche Zubereitung, Schadstofferkennung könnten neben der fachlichen Vermittlung mit geeigneten Methoden gefördert werden, welche die Probleme in ihrer praktischen Vernetzung aufzeigen. Schutz- und Mineralstoffe sowie  Vitamine nützen in Form von Tabellen und Listen sicher beim fachlichen Einblick als grobe Erstorientierung. Richtig nutzbar werden solche Vorlagen aber erst bei der praktischen quantitativ und qualitativen Anwendung.

Auf halbem Weg zur «Kulturkost»

Vollwertkost und Naturbelassenheit sind Anliegen, die zunehmend stärker berücksichtigt werden. Dabei mag vielleicht der Eindruck entstehen, dass mit diesen Zielsetzungen ein besonderes «Image» aufgebaut werden soll. Um ein solches tatsächlich zu erreichen, so könnte man argumentieren, hat also «passives Verhalten» zur wertmässigen Steigerung der Nahrungsmittel beigetragen. Sowohl die Bezeichnung «naturbelassen» als auch die Einstellung, «was natürlich ist, ist auch gut», sollte stets die Voraussetzung berücksichtigen, dass das, was «natürlich» gut ist,  «ja auch so gewollt wurde». Sonst unterschlägt diese Einstellung die gestalterischen Leistungen der Menschen. Denn alles, was mit der Ernährung zusammen hängt, bedarf der formenden Bearbeitung durch jene Menschen, die in der Lebensmittelbranche tätig sind. Von ihren Gedanken, Überlegungen und Urteilen sowie den sich daran anschliessenden praktischen Umsetzungen hängen die heute verfügbaren Produkte immer ab. So ist frisches Gemüse schlicht und einfach dies: angebaute, transportierte und für den Einkauf bereitgestellte frische Ware.

«Vollwertkost» als ein heute wichtiges Anliegen sollte also das gesamte Bemühen um die Ernährung umfassen.  Der engagierte Einsatz für die Entwicklung einer gesunden Ernährung müsste sich als «Kulturkost» ausweisen lassen, denn schliesslich entscheiden unsere gesamten Leistungen auch darüber mit, ob wir über gesunde Waren für den Speisezettel verfügen. Damit würde auch deutlich gemacht, welche aktivierenden

Gestaltungsprozesse – angefangen von der Lebensmittelauswahl, über die korrekte Lagerung, phantasievolle Angebotsgestaltung und schonende Bearbeitung bis hin zur genussorientierten Präsentation sowie einer umfassenden Qualitätsführung – für unsere Ernährung zum Einsatz kommen. Wir verfügen heute über eine anspruchsvolle Lebensmittelindustrie, deren Betriebe nach diesen Gesichtspunkten arbeiten. Die meisten Werbebudgets haben jedoch noch immer eine einseitige Verkaufssteigerung im Visier, am liebsten noch in Verbindung mit vermarkteten Qualitätsprädikaten. Dabei wäre ein engagierter Einsatz mit Präsentation der Ernährung als Kulturkost viel effizienter, und er würde erst noch zur besseren Imagebildung beitragen.

Die Ausrichtung auf gesundere Ernährung würde so gesehen eine genussorientierte Sicht etablieren, welche selbst wieder lebensförderlich zurückstrahlt. Interesse und Zuversicht für unsere intimste Lebensgrundlage könnte den Pflichtcharakters aufheben und dann Aufhebung des «schlechten Gewissens» bedeuten.

Förderung der Urteilfähigkeit
So wichtig die ganzen theoretisch-qualitativen Zuordnungen von Lebensmittelwerten und Inhaltsstoffen auch sein mögen: unser individuelles Urteil braucht einen möglichst breit gefächerten Katalog von

Beurteilungskriterien. Über Kenntnisse zur Bearbeitung von Lebensmitteln zu verfügen, gehört zum Schulwissen. Aber auch bei der Warenbeurteilung müssen Grundlagen vermittelt und die Basis zur Beurteilung vielfältig ausgestaltet sein. Der Unterricht sollte nicht ausschliesslich wissensorientiert, sondern vor allem   praxisbezogen stattfinden. Mit der Urteilsfähigkeit kann erst dann begonnen werden, wenn Produkte in einer Übersicht enthalten sind, in der sie in ihrer Gesamtheit bzw. Ganzheit betrachtet und verglichen werden können. Zusätzliches und noch spezielleres Wissen kann dann auch das Anliegen unterstützen, uns in die Lage zu versetzen, Lebensmittel unserer Wahl und für unsere Bedürfnisse zu beurteilen.

 

 
Download Weitere Infos auf Pdf-File
 
 
 
 
 
 News
 

Knowlegbase Hotel & Gastro formation